Den verdienten Sieg erzwungen

Christian Kuhns Last-Minute-Treffer bringt dem VfR die Tabellenführung

(tb) Eine über weite Strecken überlegen geführte Partie drohte dem VfR in der Schlussphase aus der Hand zu gleiten. Die Mannschaft bewies jedoch Siegeswillen und belohnte sich mit einem „Lucky Punch“ in der Schlussminute der Nachspielzeit.

VfR-Trainer Marcel Abele sah sich zu einigen Umstellungen gegenüber den letzten Begegnungen veranlasst. Sven Mende feierte so sein Start-Elf-Debut, Jannik Marx verbleib dafür zunächst auf der Bank. Enes Tubluk startete für den erkrankten Pasqual Pander und Shaban Veselaj für den gesperrten Lennart Thum.

Der VfR nahm von Beginn an das Zepter in die Hand und drängte die Gastgeber in die eigene Hälfte. In der 5. Minute erzitterte das Normannia-Gebälk, als Shaban Veselaj aus der Drehung zum Schuss kam. Sechs Minuten später gingen die Gäste in Führung, als Enes Tubluk eine Flanke von Umut Sentürk verwertete und Normannia-Torhüter Yannick Ellermann dabei keine Abwehrchance bot.

Der VfR blieb am Drücker und ließ Ball und Gegner laufen. In der 20. Minute verpasste Alexandru Paraschiv eine Hereingabe von Shaban Veselaj nur knapp. Kurz darauf kam die Normannia erstmals in Tornähe und setzte einen Distanzschuss ab, jedoch war VfR-Torwart David Nreca-Bisinger auf dem Posten. Die Rasenspieler zeigten sich bis dahin hellwach, spritzig und ballsicher in den Zweikämpfen. Das zweite Tor für den VfR schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Tubluk zwang Normannia-Torwart zu einer Fußabwehr (36.).

Die Gastgeber konnten sich danach etwas befreien und trugen ihrerseits den einen oder anderen Angriff nach vorne. Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es brenzlig im VfR-Strafraum. Nreca-Bisinger musste abtauchen, um einen gefährlichen Freistoß von Filipovic zu entschärfen und stellte anschließend seine Extraklasse unter Beweis, als er auch noch den Nachschuss parierte.

Kurz nach Wiederanpfiff hielt Alexander Esswein einfach mal drauf. Torwart Ellermann parierte jedoch ohne Probleme. Vier Minuten später tauchte sogar Abwehrspieler Raphael Akoto vor dem Normannia-Tor auf, brachte aber das Leder nicht an Ellermann vorbei.

Der VfR betrieb mal wieder Chancenwucher. Es gelang einfach nicht, die Führung auszubauen. In Minute 60 schien sich die Waage aber endgültig in Richtung der Rasenspieler zu neigen. Normannia-Abwehrmann konnte den Durchbruch von Shaban Veselaj nur noch per Notbremse verhindern und musste den Platz nach der fälligen Roten Karte verlassen.

Der VfR zog nun sein Angriffsspiel mehr in die Breite, um die Überzahl zu nutzen, was auch zunächst gelang. In Minute 66 kitzelte ein Freistoß von Alexander Aschauer die Latte. Drei Minuten danach setzte Tubluk den eingewechselten Vincent Hofer in Szene, dessen Schuss aber knapp am Tor vorbeistrich.

Eine Viertelstunde war noch zu spielen, als das VfR-Spiel nach einigen Auswechslungen überraschend in Unordnung geriet. Normannia suchte seine Chance und konnte nun mehr Spielanteile verbuchen. Kritische Situationen vor dem VfR-Tor häuften sich und in der 82. Minute fiel der im VfR-Lager befürchtete Ausgleich, als die VfR-Abwehr den Ball nicht aus dem Strafraum herausbrachte und der kurz zuvor eingewechselte Levin Kurbjuweit den Ball über die Linie drückte.

Normannia roch Morgenluft und hätte in der 88. Minute den Spielverlauf endgültig auf den Kopf stellen können, jedoch strich Kelectis Kopfball über die Torlatte.

In der üppigen Nachspielzeit berannte der VfR mit dem Mut der Verzweiflung das Tor der Gastgeber. In Minute 90+3 vollstreckte Vincent Hofer, allerdings wurde der Treffer wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben. Schließlich wurde für die Rasenspieler doch noch alles gut. Esswein verlagerte das Spiel geschickt auf die linke Angriffsseite zu dem eingewechselten Leo Wemhoener. Seine Flanke konnte nicht weit genug abgewehrt werden. Das nutzte der aus dem Hintergrund kommende Christian Kuhn, nahm von der Strafraumgrenze aus Maß und vollstreckte. Der geradezu ekstatische Jubel im VfR-Lager dokumentierte den mit dem Siegtreffer verbundenen Druckabfall in einem Spiel, das der VfR einfach nicht hätte aus der Hand geben dürfen.

In den kommenden Spielen gegen die Top-Mannschaften der Liga wird sich nun zeigen, ob der VfR in der Lage ist, seiner aktuellen Tabellenposition auf Dauer gerecht zu werden.

Aufstellung 1. FC Normannia Gmünd:
Ellermann – Staiger, Grupp (34. Hofmeister), Aschauer (90. Milojkovic), Filipovic, Rössler, Molinari (72. Kurbjuweit), Avigliano, F. Kianpour, Wilhelm, Rapp (46. Kelecti)

Aufstellung VfR:
Nreca-Bisinger – Akoto, Mißbach, Kuhn – Krüger (86. Wemhoener), Mende – Tubluk (76. Rona), Paraschiv (72. Marx), Sentürk (81. Seifert) – Esswein, Veselaj (62. Hofer)

Tore:
0:1 Tubluk (11.)
1:1 Kurbjuweit (82.)
1:2 Kuhn (90.+7)

Fotos: Edmund Nohe

Nach oben scrollen

Jetzt Heimtrikot sichern und Farbe bekennen!