Mit breiter Brust ins Oberschwäbische
Nach starker Vorbereitung wartet auf den VfR Mannheim in Ravensburg gleich ein echter Prüfstein
(mk) Der Dornröschenschlaf ist vorbei. Nach mehr als 80 Tagen Winterpause startet der VfR Mannheim in die verbleibenden 15 Partien der Oberliga Baden-Württemberg. Am Samstag (15 Uhr) gastieren die Quadratestädter beim aktuellen Tabellenfünften FV Ravensburg. Alle wichtigen Informationen sind im Folgenden zusammengefasst.
Der Gegner
Ravensburg setzte zum Abschluss des Kalenderjahres 2025 ein dickes Ausrufezeichen. Der 1:0 (0:0)-Erfolg beim VfR Aalen ließ die gesamte Oberliga Baden-Württemberg aufhorchen. Für Aalen war die Pleite gegen den FVR die erste Saisonniederlage überhaupt. Ravensburg kletterte wiederum auf den fünften Tabellenrang und durfte mit einem sehr guten Gefühl in die knapp dreimonatige Winterpause starten.
Während der langen Vorbereitung auf die Restrückrunde absolvierte Ravensburg sechs Testspiele (4-0-2). Am vergangenen Wochenende glückte die Generalprobe beim Verbandsligisten SC Pfullendorf mit einem deutlichen wie auch souveränen 5:2 (2:1)-Erfolg. Große Transferaktivitäten waren bei den Oberschwaben in den vergangenen Wochen nicht zu beobachten. Mit Niklas Musch nahm Ravensburg einen 20-jährigen Mittelfeldspieler aus Illertissen unter Vertrag. Des Weiteren verpflichtete der FVR den österreichischen Mittelfeldakteur Lorenz Beer. Gründe für eine größere Kaderänderung im Winter lagen keine vor. Das Saisonziel Klassenerhalt ist gegenwärtig nicht ansatzweise gefährdet. Vergangene Runde rettete ausschließlich die TSG Balingen aufgrund ihrer erfolgreichen Aufstiegsspiele den FV Ravensburg vor dem bitteren Gang in die Verbandsliga. Solch ein Szenario zeichnet sich 2026 nicht ansatzweise ab.
Stimmen zum Spiel
VfR-Trainer Marcel Abele bezeichnet den kommenden Gegner als eine „Top-Mannschaft“. Dementsprechend groß ist der Respekt vor dieser Herausforderung. „Das wird eine sehr, sehr schwere Aufgabe“, merkt der VfR-Coach vor dem Ravensburg-Spiel an.
Aufgrund einer zufriedenstellenden Vorbereitung kann der VfR Mannheim jedoch mit viel Selbstvertrauen in die Partie starten. Sechs Siege aus sieben Testspielen sprechen ergebnistechnisch eine eindeutige Sprache. Speziell der beachtenswerte 6:4 (5:2)-Erfolg gegen den Regionalliga-Spitzenreiter SGV Freiberg ließ vergangenen Samstag nochmals aufhorchen. Doch auch abseits der letztendlich nur bedingt aussagekräftigen Resultate entsprachen die jüngsten Wochen weitestgehend dem Geschmack des Cheftrainers. „Die Jungs sind fit und können marschieren“, hebt Abele unter anderem die konditionelle Komponente hervor. „Speziell im abschließenden Test hat die Mannschaft gezeigt, dass sie auch über 90 Minuten Vollgas-Fußball spielen kann.“
Was dem VfR zuletzt ebenfalls in die Karten spielte, war die personelle Konstellation. Abgesehen von den im Winter üblichen Infekten oder kleinen Blessuren gab es kaum größere Verletzungsausfälle zu beklagen. Gegenwärtig darf sich das Trainerteam über ca. 20 einsatzfähige Spieler freuen. Folgerichtig ist Abele in Summe mit der Vorbereitung zufrieden. Der Chefcoach hält fest: „Ich glaube, dass wir einen Schritt weiter sind als in der Hinrunde.“ Doch die optimistischen Worte dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Rasenspieler nach wie vor nicht am Zenit ihrer Möglichkeiten angekommen sind. Optimierungspotenzial ist nach wie vor gegeben. Abele verweist beispielsweise auf eine zuletzt hohe Anzahl individueller Fehler, die aus seiner Perspektive in zu vielen Gegentoren resultierten. „Ganz schnell müssen wir diese abstellen“, stellt er klar. „Sowas kann vom Gegner immer wieder bestraft werden.“
Bei den Blau-Weiß-Roten ist die Freude groß, dass die Vorbereitung abgeschlossen ist. In Ravensburg werden die Quadratestädter erstmals seit fast drei Monaten wieder ein Pflichtspiel bestreiten dürfen. „Unsere Ziele sind klar formuliert“, erklärt Abele. Am Ende der Saison möchte der VfR als Meister in die Regionalliga Südwest aufsteigen. „Wir werden diesem Ziel alles unterordnen und Vollgas-Fußball anbieten.“
Personalsituation
In Ravensburg muss der VfR nach aktuellem Stand auf Robin Becker, Marvin Kadner und Sven Mende verzichten. Mende macht nach seinem Mittelfußbruch, den er sich Anfang November 2025 zuzog, jedoch große Fortschritte und dürfte demnächst wieder im Kader stehen.
Bilanz
Insgesamt trafen der VfR Mannheim und der FV Ravensburg 19 Mal in der Oberliga Baden-Württemberg aufeinander. Mit zehn Siegen, vier Unentschieden und fünf Niederlagen spricht die Statistik für die Blau-Weiß-Roten. Das Hinrundenspiel entschied der VfR im Rhein-Neckar-Stadion mit 4:0 (3:0) für sich.
Foto: Edmund Nohe
