VfR Mannheim rettet Punkt gegen stürmende Homburger

von Tim Appel

Der VfR Mannheim ist am Sonntag gegen den FC 08 Homburg früh in Führung gegangen, im weiteren Verlauf allerdings erheblich unter Druck geraten. Schlussendlich mussten die Rasenspieler froh sein, in Überzahl noch einen Zähler gesichert zu haben. Die Gäste aus dem Saarland waren über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft und erspielten sich die deutlich besseren Torchancen – doch der VfR hielt dank einer starken Leistung von David Nreca-Bisinger und etwas Glück den Punkt fest.

Erste Halbzeit: VfR mit Traumstart, Homburg kommt zurück

Die im bisherigen Saisonverlauf nicht sehr torgefährlichen Mannheimer nutzten am Sonntag ihre erste Chance zur Führung. Bereits in der 6. Minute spitzelte Flamur Berisha den Ball nach flacher Hereingabe von links aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie. Der VfR zeigte sich in der Anfangsphase mutig und aggressiv im Pressing, Homburg wirkte zunächst überrascht.

Nachdem der Schock der frühen Führung verdaut war, übernahm der FCH jedoch zunehmend das Kommando, wenngleich die Bälle in die entscheidende Zone zunächst zu ungenau gespielt wurden. Homburgs Torwart Michael Gelt musste in der 25. Minute nach einer muskulären Problematik kurz behandelt werden, konnte das Spiel aber fortsetzen. Genau von diesem Moment an nahm das Spiel der Gäste merklich an Fahrt auf. Homburg wurde nun druckvoller, kombinierte sicherer und ließ den Ball laufen – der Ausgleich in Minute 39 war die logische Konsequenz.

VfR-Torwart David Nreca-Bisinger konnte einen Schuss von Nicolas Andermatt nicht festhalten, und Emir Kuhinja staubte aus kurzer Distanz zum 1:1 ab. Mit diesem Resultat ging es in die Pause – Homburg hatte sich den Ausgleich verdient.

Zweite Hälfte: Homburg drückt, Nreca-Bisinger glänzt

Dass Nreca-Bisinger ein vorzeigbarer Regionalliga-Torwart ist, demonstrierte er unter anderem in der 47. Minute, als er einen Distanzschuss von Joachims Andermatt aus dem Winkel fischte. Rund 60 Sekunden später köpfte ein Homburger nach einem Eckball an den Pfosten – Glück für den VfR. Die Gäste waren jetzt richtig bissig, doch Nreca-Bisinger parierte auch bei weiteren Szenen großartig. In der 50. Minute lenkte er einen Schuss der Gäste noch an den Pfosten, in der 58. Minute zog El-Helwe mit einem Rechtsschuss knapp am Tor vorbei. In der 63. Minute hatte Mannheim zudem Glück, dass El-Helwe aus kurzer Distanz seinen Kopfball über die Latte setzte.

Ein weiterer Beweis für die Homburger Überlegenheit: Joachims Andermatt nagelte in der 77. Minute den Ball an die Latte – erneut Glück für den VfR, das wäre das 2:1 gewesen. 

Auf der Gegenseite fand ab der 70. Minute der VfR auch wieder offensiv statt, doch bei weitem nicht so torgefährlich wie der Kontrahent aus dem Saarland. Einzige drüber. In der 78. Minute ein Konter des VfR: Berisha schloss ab, doch Gelt hielt sicher.

Rote Karte und Schlussphase

In der 84. Minute der entscheidende Moment: Pasqual Pander sprintete frei auf das Homburger Tor zu, als Michael Heilig ihn von hinten zu Fall brachte – eine klare Notbremse. Schiedsrichter Christian Seib zögerte kurz, zog dann aber die Rote Karte und entschied auf Freistoß – jedoch nicht auf Elfmeter. Die Szene war äußerst knifflig: Das Foul ereignete sich unmittelbar an der Strafraumgrenze, und aus Sicht des VfR-Trainerteams war es ein klares Foul im Strafraum, das einen Elfmeter hätte geben müssen. Der Schiedsrichter sah das Foul jedoch außerhalb des Strafraums und verweigerte den Strafstoß. Den anschließenden Freistoß zirkelte Berisha in die Arme von Gäste-Keeper Gelt.

Auch in Unterzahl wollte Homburg den Sieg erzwingen. In der 88. Minute vergab der VfR eine weitere Chance: Alexandru Paraschiv legte auf Jannik Marx ab, der mit rechts weit drüber schoss. In der 90. Minute prüfte Berisha erneut Gelt, der sicher hielt.

Nachspielzeit mit Abseitstor

In der Nachspielzeit wurde es noch einmal dramatisch: In der 90.+2 Minute hielt Nreca-Bisinger einen Freistoß von Homburg oben links sensationell. Die anschließende Ecke (90.+3) brachte einen Kopfball, den der VfR-Keeper zur nächsten Ecke parierte. In der 90.+4 Minute dann der größte Schreckmoment für die Hausherren: Homburg schloss mit links ab und netzte ein – die Gäste feierten bereits den Lucky Punch, doch der Schiedsrichterassistent hob die Fahne: Abseits, der Treffer zählte nicht. Es war die letzte Aktion des Spiels.

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Fazit

Der VfR Mannheim und der FC 08 Homburg trennen sich mit einem leistungsgerechten 1:1. Die Gäste aus Homburg waren über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft und erspielten sich die deutlich besseren Torchancen – insbesondere in der zweiten Halbzeit, als sie den VfR phasenweise in die Defensive drängten und mehrfach knapp am zweiten Treffer scheiterten (Pfosten, Kopfballchancen, Freistoß). Homburg versäumte es jedoch, seine Überlegenheit in Tore umzumünzen.

Der VfR startete mutig und ging früh durch Berisha in Führung, ließ dann aber nach und konnte dem zunehmenden Druck der Gäste nicht standhalten. Der Ausgleich durch Kuhinja in der 39. Minute war verdient. Nach der Roten Karte gegen Heilig (84.) hatte der VfR plötzlich die Möglichkeit, das Spiel doch noch zu drehen – doch in Überzahl fehlte die zwingende Durchschlagskraft. Die größte Aufregung brachte das Abseitstor für Homburg in der Nachspielzeit, das den Gästen den Lucky Punch
verwehrte.

Aus Sicht des VfR-Trainerteams war das Foul von Heilig an Pander ein klares Foul im Strafraum – und damit ein Elfmeter. Der Schiedsrichter entschied jedoch auf Freistoß außerhalb des Strafraums, was für Diskussionen sorgte. Am Ende bleibt es beim 1:1 – Homburg hadert mit vergebenen Chancen, der VfR mit der verpassten Chance, in Überzahl den Sieg zu erzwingen.

Mit nun fünf Punkten aus fünf Spielen bleibt der VfR im Tabellenkeller (Platz 14). Das nächste Spiel findet auswärts beim 1. FSV Mainz 05 II statt – eine schwere Aufgabe, bei der die Mannschaft wieder an die mutige Leistung der ersten 25 Minuten anknüpfen muss.

Aufstellung VfR:
Nreca-Bisinger – Weik (61. Pander), Hartmann, Kuhn, Becker – Giesel (82. Zeigler), Marx, Rupp (66. Krüger), Paraschiv, Sentürk (66. Seifert) – Berisha, Esswein (82. Alaoui)
Aufstellung FC Homburg:
Gelt – J. Andermatt, Eichhorn, Celik, Steinhart, Heilig – N. Andermatt, Joachims – El-Helwe (87. Manu), Kuhinja (85. Erhart), Günther-Schmidt (72. Qenaj)
Tore:
1:0 Berisha (6.) 1:1 Kuhinja (39.)
besondere Vorkommnisse
Rote Karte: Heilig (Homburg, 84. – Notbremse)

Schiedsrichter:
Christian Seib, Dörtelweil

Zuschauer:
745

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